Die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation den Coup geschafft und die Ukraine verdient mit 21:15 (9:7) besiegt.

Die Auswahl des neuen Trainers Martin Albertsen begeisterte die 1'200 Fans in Siggenthal am Mittwochabend mit einer bärenstarken Kollektivleistung. Das Prunkstück im Spiel der Schweiz: Die Defensive mit den beiden Torhüterinnen.

Vielleicht war es der Geist der GoEasy Arena: Vor genau zwei Jahren gelang den Schweizerinnen in Siggenthal in der EM-Qualifikation gegen Island bereits einmal ein Coup. Ganz sicher aber war es der Geist des neuen Nationaltrainers. Martin Albertsen pflanzte seiner Mannschaft nach seinem Amtsantritt den Glauben an sich selbst ein und betonte das bei jeder Gelegenheit. Seine Spielerinnen folgten ihm – und bewiesen sich am Mittwoch in Siggenthal gleich selbst, wozu sie fähig sind.

Der SHV-Auswahl gelang im siebten Länderspiel gegen die Ukraine der erste Sieg; und er war verdient. Das Heimteam war in der GoEasy Arena sowohl taktisch, als auch kämpferisch die bessere Mannschaft. Über allem stand die Verteidigung, in der die Schweizerinnen über 60 Minuten alles in die Waagschale warfen und sich solidarisch in jeder Situation unterstützten.

Die physisch starken, aber eher schwerfälligen Ukrainerinnen rieben sich auf. Und sie fanden bis zum Schluss keine nachhaltige Lösung, um den Schweizer Abwehrriegel zu knacken. Auch, weil hinter der Deckung der SHV-Auswahl starke Keeperinnen standen. Zunächst Manuela Brütsch, und in der Schlussviertelstunde Sladana Dokovic. Ihre Doppelparade in der 49. Minute gegen Anna Redka und Yulia Snopowa war vielleicht der Schlüsselmoment.

Die Schweizerinnen, die von Beginn weg vorne lagen und sich bereits nach einer Viertelstunde erstmals mit drei Toren absetzten, gerieten Mitte der zweiten Halbzeit nämlich noch einmal unter Druck: Die Ukraine verkürzte von 13:9 auf 14:13 (47.). Doch genau dann, als das Spiel noch einmal hätte eng werden können, antwortete die Schweiz beeindruckend.

Einerseits mit den Paraden von Dokovic, andererseits mit den beiden jungen Rückraumspielerinnen Xenia Hodel (19) und Daphne Gautschi (17), die eine starke Partie spielten und in den wichtigen Momenten die entscheidenden Tore warfen. Die Schweizerinnen setzten sich nach dem ukrainischen Anschlusstreffer sogleich wieder auf 16:13 ab und liessen sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Die abschliessenden Momente des Spiels verkamen in Siggenthal zu einem unverhofften, aber umso schöneren Schaulaufen: Mit vier Toren in den letzten vier Minuten machten die Schweizerinnen den Deckel drauf. Der Sieg war am Ende auch in der Höhe korrekt – weil die Ukraine nie ein Mittel gegen die aufsässigen und kämpferischen Schweizerinnen fand. Die Halle bedachte die SHV-Auswahl mit stehenden Ovationen. Es war der neue Geist der Nationalmannschaft.

Am Sonntag treffen die Schweizerinnen sogleich auswärts auf die Ukraine. Das Rückspiel ist ab 18 Uhr (MESZ) live auf ehfTV.com zu sehen.

Bildmaterial zur freien Verfügung


EM-Qualifikation Frauen

Schweiz – Ukraine 21:15 (9:7)
GoEasy Arena, Siggenthal – 1175 Zuschauer – Sr. Doitschinow/Goretsow (BUL).
Torfolge: 1:0, 2:2, 5:2 (13.), 9:6, 9:7; 10:7, 10:8, 12:8, 13:9, 13:11, 14:11, 14:13 (47.), 16:13, 17:15 (56.), 21:15.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen die Ukraine; 5mal 2 Minuten gegen die Schweiz.
Schweiz: Brütsch (9 Paraden)/Dokovic (ab 46./5 Paraden); Lisa Frey (1), Ineichen, Gautschi (4), Weigelt (6/4), Hodel (5), Noëlle Frey (1), Wyder, Murer (3), Wick (1).
Bemerkungen: Schweiz ohne Kündig, Bachmann (beide verletzt), Scherer, Amrein (beide überzählig), Schüpbach, Csebits, Betschart, Matter und Traber (alle nicht eingesetzt). Dokovic hält Penalty von Borschtschenko (30./9:7). Lea Schüpbach, Daria Betschart und Martina Traber erstmals bei einem Länderspiel im Kader.