1920 spono lkz cupausDie Spono Eagles schlagen im Viertelfinal den LK Zug 28:27. Der dritte Cupsieg in Serie ist ihnen kaum mehr zu nehmen.

Wie nahe Freud und Leid manchmal doch beieinander liegen. Zug befindet sich mit 27:28 im Rückstand und lanciert einen letzten Angriff, um sich in die Verlängerung zu retten. Jacqueline Hasler-Petrig wirft aufs Tor, der Ball ist ungefährlich, rutscht aber unter Nottwils Goalie Laila Troxler hindurch über die Linie. Ausgleich? Verlängerung? Nein! Eine Sekunde davor ertönte die Schlusssirene. Troxler schlägt sich erleichtert die Hände vors Gesicht. «Ich schaute nur noch zum Schiedsrichter», sagte Sponos Assistenztrainer Mirco Stadelmann. «Ich habe gebibbert, bis er abgewunken hat.»

Die Spono Eagles gewinnen damit das Zentralschweizer Derby im Schweizer Cup und ziehen in die Halbfinals ein. Saisonübergreifend war es für die Nottwilerinnen, welche die Trophäe zuletzt zweimal gewannen, der elfte Sieg in Serie in diesem Wettbewerb.

Comeback von Martina Traber nach Verletzung

Gestern hatten sie das Geschehen über weite Strecken im Griff. Nur zu Beginn lagen die Nottwilerinnen kurz zurück (0:2), danach lagen sie fast durchwegs in Front. Stark war der Aufbau – Ivana Ljubas, Pascale Wyder und Gianna Calchini fanden immer wieder die Lücken in der gegnerischen Defensive. «Wir haben vom Rückraum gelebt», hielt Stadelmann fest.

Immer dann, wenn die Spono Eagles aber mit drei Toren führten, machten sie sich das Leben mit Fehlern im Angriff selber schwer. So auch drei Minuten vor dem Abpfiff, als sie mit drei Treffern vorne lagen (28:25), sogar angriffen und den Sack dann doch nicht zu machten. Nicht nur in dieser Phase konnten sie auf die starke Laila Troxler im Tor zählen. Bemerkenswert war auch das Comeback von Martina Traber. Die 25-Jährige, die im Sommer von Zug nach Nottwil wechselte, hatte in der Vorbereitung eine Bänderzerrung erlitten. «Erst am Dienstag erhielt sie das Okay vom Arzt, dass sie wieder voll mitmachen kann», verriet Stadelmann. Gegen Zug trug sie in der Defensive mit aggressiver Spielweise im Innenblock einen wichtigen Teil zum Erfolg bei.

Zug hofft weiter auf erlösenden Sieg

Die Zugerinnen haben derweil eine weitere Titelchance vorzeitig vergeben. «Vor allem die Effizienz im Angriff war nicht so gut wie gewohnt», stellte LKZ-Trainer Christoph Sahli fest. Dadurch habe man stets einem Rückstand hinterherrennen müssen, was viel Kraft gekostet habe. Seit 2015 warten die Zugerinnen auf die nächste Trophäe. «Irgendwann werden wir so ein Spiel für uns entscheiden», sagt Sahli und hofft, dass sich der Knoten in Alles-oder-nichts-Spielen bald lösen wird.

Die Eagles haben damit den wohl entscheidenden Schritt Richtung erneuter Titelverteidigung gemacht – mit Brühl im Achtelfinal und nun mit Zug haben sie die härtesten Konkurrenten selber eliminiert. Weder Herzogenbuchsee und schon gar nicht die zweiten Teams von Zug und Brühl dürften das Format haben, um sie am dritten Cupsieg in Serie zu hindern.

Spono Eagles – LK Zug 28:27 (14:13)

SPZ. – 455 Zuschauer. – SR Brunner/Salah. – Torfolge: 0:2, 2:3, 5:3, 7:4, 10:7, 10:9, 12:9, 13:10, 13:12, 15:15, 18:15, 21:17, 21:19, 23:20, 23:22, 26:25, 28:25, 28:27. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Spono, 2-mal 2 Minuten gegen Zug. – Spono: Troxler/Ukaj; Irman (2), Calchini (8), Wyder (7), Ljubas (6), Amrein (2), Stähelin (1); Traber, Kashani, Decurtins (2/2). – Zug: Innes/Abt; Cavallari (2), Hasler-Petrig (2), Scherer (9/3), Kähr (1), Hess (4), Eugster (5); Heinzer (3), Tschamper, Stutz (1). – Bemerkung: Troxler hält Penalty von Scherer (55./27:25).
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