«Doch kämpfen kann man immer. Und genau das fordert der Trainer von uns. Wir sollten nicht zu viel Respekt vor dem Gegner haben, die spielen ja auch nur Handball», findet Dimitra Hess.

Hess ist 19-jährig und steht sinnbildlich für die Gegenwart und den Zukunftswunsch der Schweizerinnen. Sie ist jung, frech, ehrgeizig, besitzt viel Potenzial und, ebenfalls erwähnenswert, sie spielt beim LK Zug. Mit Hess, Charlotte Kähr, Simona Cavallari, Stefanie Eugster, Celia Heinzer und Joline Tschamper sind nicht weniger als sechs Zugerinnen im Aufgebot, was exakt einem Drittel des 18-köpfigen Kaders entspricht. «Zug holt die talentiertesten Spielerinnen der Region und bietet ihnen eine gute Gelegenheit, um sich weiterzuentwickeln», sagt Albertsen. «Dann aber muss bald der Schritt ins Ausland kommen. Handball ist ein extremer Kontaktsport, die internationale Härte ist man in der Schweiz nicht gewohnt.»

Hess ist eine, die den Weg ins Profitum gehen will, das zeigte sie auch in Serbien. Am linken Flügel gelang ihr ein erfrischender Auftritt, drei Tore erzielte sie in ihrem sechsten Länderspiel. «Mit meiner Leistung war ich zufrieden. Doch das Ergebnis war sehr enttäuschend. Die Stimmung in der Halle war riesig, das machte uns nervös.» Hinter Jennifer Murer von Bundesligist Blomberg-Lippe ist Hess die Nummer zwei auf ihrer Position, beim LKZ seit dieser Saison gar unumstrittene Stammspielerin. «Mit der zusätzlichen Verantwortung als Führungsspielerin blüht sie extrem auf», sagt LKZ-Trainer Christoph Sahli. Das sei, neben fachlich guten Übungsleitern im Nachwuchs, ein Hauptgrund, weshalb Zug derzeit so viele Nationalspielerinnen stelle. «Junge Spielerinnen erhalten die Chance, auf einem guten Niveau zu spielen. Bei uns sitzen sie nicht nur auf der Bank.»

(Stephan Santschi, Luzerner Zeitung)