50 Jahre LK Zug HandballDer LK Zug ist im Frauenhandball eine Topadresse. Am Sonntag feiert der Verein sein 50-Jahr-Jubiläum.

«Dieser Award macht mich etwas stolz», sagte Peter Stutz als er Anfang Juni in Baden für seine Verdienste im Handballsport – und das immer für den LK Zug - eine Auszeichnung erhielt. Der 56-jährige Zuger lebt Handball – und seine Familie zieht mit. Die Sporthalle im Westen der Stadt Zug ist praktisch ihre zweite Wohnung.

Seit 40 Jahren ist Peter Stutz in den verschiedensten Chargen für den LK Zug tätig, welcher am kommenden Sonntag sein 50-Jahr-Jubiläum feiert. Die gleichentags beginnende Meisterschaft 2019/2020 der Frauen gegen Yellow Winterthur (13.30 Uhr, Sporthalle, Zug) beobachtet Peter Stutz von der Tribune aus. Der LKZ-Trainer Christoph Sahli, sein Assistent Tobias Scheuteri sowie der Torhüterinnen-Trainer Daniel Perisa. LKZ-Sportchef Peter Stutz sagt: «Die Entscheidungen trifft er. Ich unterstütze ihn.» Peter Stutz hat die LKZ-Frauen auch schon trainiert. Sie gehören seit Jahren zu den Top-Teams der Schweiz.

Nicht nur auf nationaler Ebene erfolgreich

Womit viele Trainer ihre liebe Mühe hätten, den Schritt ins zweite Glied zu wagen, ist bei Stutz überhaupt kein Problem. Er sagt vielmehr: «Ich bin jetzt der Sportchef.» So gesehen hat sich der Handball-Kenner in seiner langen Zeit beim LK Zug immer wieder neu erfunden. Auf die Frage, wie lange er noch beim LK Zug bleiben wolle, gibt Peter Stutz klar eine Richtung vor: «Ich habe immer noch Spass daran.»

Der LK Zug muss, da das Budget trotz Zugehörigkeit zur höchsten Spielklasse bescheiden ist, auf die Jugend setzen. Dass diese Klub-Politik nicht zum toten Buchstaben verkommt, kann sich der Zuger Verein gar nicht leisten. Auf die neue Saison hin werden sechs Spielerinnen in die erste Equipe eingebaut, vier davon kennen dabei die Struktur des Zuger Frauenhandballs bestens. Sie haben ihre Ausbildung beim LK Zug erhalten.

Zugs Handballnachwuchs ist aber nicht nur auf nationaler Ebene erfolgreich. Kürzlich hat die Schweizer U17-Auswahl bei den Europameisterschaften der Handballerinnen in Georgien den Titel gewonnen. Das Gros der Equipe hat sich aus Akteurinnen des LKZ und von Spono Nottwil zusammengesetzt. Auch in anderen Auswahlteams führt an den Zugerinnen kein Weg mehr vorbei. Die zweite Equipe spielt seit der Spielzeit 2013/14 in der zweithöchsten Spielklasse der Schweiz und gehört derzeit dort nicht zum Kanonenfutter. Die hohe Intensität auf dieser Stufe hilft auch mit, die Nachwuchsspielerinnen auf ihre zukünftigen Aufgaben vorzubereiten.

Gefeiert wird bescheiden und unter sich

So bescheiden wie sich Peter Stutz bei der Übergabe des Awards gegeben hat, feiert auch der LK Zug sein 50-Jahr-Jubi­läum. Fanfaren und Trommelwirbel gibt es am kommenden Sonntag nicht. Der Verein verzichtet auch auf ein Galadiner, vielmehr lädt er zum Brunch. Zum Dessert gibt es dann sozusagen eine Frauen-Handball-Partie auf höchstem Niveau zu sehen. Wie Stutz erzählt, seien rund 100 Personen eingeladen worden, die sich in all den Jahren für den Zuger Handballsport verdient gemacht haben. Darunter befindet sich zum Beispiel Peter Isenegger, der erste Trainer der Frauenequipe des LK Zug. Erwartet werden auch die Trainer-Legenden Joachim Eder und Viktor Jans. Die Gesprächsthemen gehen den Ehemaligen sicher nicht so schnell aus. Die Lektüre von Schriftstücken aus dem Jahre 1969 – immerhin die Zeit von Woodstock – erscheinen dem Leser heute wie aus der Zeit gefallen. Im Herbst des Jahres hat der LK Zug als fünfter Zentralschweizer Verein «Mädchenhandball» eingeführt. Auch der Verband führt die Frauenteams zu Beginn als Mädchenteams, später wenigstens als Damenteams. Heute ist diese Sportart etabliert. Die Handballsektion geht aus dem Leichtathletikklub Zug hervor. Dieser ist seit dem Jahre 1945 aktiv. Im Laufe der Jahre sind verschiedene Abteilungen – neben dem Frauenhandball – unter dem Klubdach vereinigt worden. Auch Männer haben in Zug Handball gespielt, aber diese Zeiten sind schon lange vorbei.

Seit 2011 wird der LK Zug Handball als eigenständiger Verein gegründet. Das letzte Jahrzehnt hat den Zuger Handballerinnen der höchsten Spielklasse sportliche Höhenflüge beschert, von welchen der EVZ nur träumen kann: Die Zugerinnen haben vier Mal den Titel geholt. Dazu kommen noch zwei Cupsiege. Ebenso stark unterwegs ist der Nachwuchs der Zugerinnen. Mittlerweile ist nicht mehr nur von Brühl St. Gallen oder Spono Nottwil die Rede. Der LK Zug ist ein jederzeit – auch international – geachteter Widersacher und will dies auch bleiben.