Der LK Zug verliert zu Hause gegen Brühl St.Gallen mit 31:32 und gibt damit wohl den Heimvorteil für den Playoff-Final preis. Erfreulich aus Zuger Sicht ist hingegen ein besonderes Comeback.

Wenige Sekunden waren noch zu spielen, eine letzte Chance für den Ausgleich wollte sich der LK Zug noch erzwingen. Tatsächlich kam Ria Estermann zentral vor dem Tor zum Wurf, den Ball setzte sie aber mitten auf den Körper von Goalie Fabia Schlachter. Dann war Schluss, die Zugerinnen verloren zu Hause gegen den LC Brühl mit 31:32 und mussten auch die Tabellenführung an die St.Gallerinnen abgeben.

Damit hat der LKZ wohl auch den Heimvorteil in der Best-of- 3-Serie des Playoff-Finals (ab 18. Mai) verspielt. Zwei Spieltage sind in der Finalrunde der SPL1 noch ausstehend, Brühl liegt nun einen Punkt vor Zug und es ist nicht anzunehmen, dass es diesen Vorsprung noch preisgeben wird. «Dieser Heimvorteil kann am Ende durchaus etwas ausmachen», hielt Rolf Erdin, der Trainer der Ostschweizerinnen, fest.

Trainer Sahli: «Heimvorteil im Final? Gibt es nicht!»

Etwas anderer Meinung war Zugs Chefcoach Christoph Sahli. «Unser Verein hätte wohl gerne zwei Heimspiele gehabt, doch das ist nicht entscheidend. Für mich zählt nur der Titel. In einem Playoff-Final gibt es ohnehin keinen Heimvorteil.» Vielmehr sieht er sogar einen kleinen Nachteil für Brühl, weil es nun an einem Mittwoch und nicht an einem Wochenende die lange Fahrt nach Zug auf sich nehmen muss.

Mit dem Auftritt seines Teams konnte Sahli aber nicht ­zufrieden sein. Dank einem Blitzstart spielten sich die Zugerinnen bis zur siebten Minute einen 7:1-Vorsprung heraus. Auch nach dem Seitenwechsel schien trotz des zwischenzeitlichen Aufbäumens von Brühl alles auf einen Zuger Sieg hinzudeuten, eine Viertelstunde vor Schluss führte der Gastgeber nämlich mit 27:20.

Laura Innes steht wieder im Tor der Zugerinnen

Dann schlich sich aber der Schlendrian in ihr Spiel. Unnötige Ballverluste gesellten sich zu halbherziger Abwehrarbeit, und so schafften die Gäste aus St.Gallen tatsächlich noch die Wende. In der 56. Minute gingen sie erstmals überhaupt in Führung (31:30), und als Estermann in der letzten Aktion des Spiels die Grosschance liegen liess, stand die Niederlage fest. «Vielleicht schien die Partie etwas gar früh vorentschieden zu sein», mutmasste Sahli über den Grund des Leistungseinbruchs. Es war in der Finalrunde nach drei Siegen die erste Niederlage gegen den LC Brühl. «Im Playoff-Final werden wir auch bei einer klaren Führung bis zum Schluss konsequent angreifen müssen», fordert Christoph Sahli. Er rechnet wie Rolf Erdin mit einem sehr knappen Duell, das auf beide Seiten kippen kann.

Während die St.Gallerinnen gestern den Teilerfolg feierten, hatten auch die Zugerinnen einen Grund zu Freude. Laura Innes, die langjährige Stammtorhüterin, die 2017 nach drei Bandscheibenvorfällen zurückgetreten war, hat Ende März ein Comeback gegeben. «Ich habe keine Schmerzen mehr», frohlockt die 29-jährige Engländerin, die mit Trainer Sahli liiert ist. Noch fehlt ihr einiges bis zur Bestform, im Playoff-Final könnte sie mit ihrer Klasse aber für den Unterschied sorgen.

Frauen. SPL1. Finalrunde. 10. Runde: Zug – Brühl St.Gallen 31:32. Spono Nottwil – Rotweiss Thun 28:19. – Rangliste (alle 24 Spiele): 1. Brühl St.Gallen 40. 2. LK Zug 39. 3. RW Thun 25. 4. Spono Eagles 20.
Zug – Brühl St.Gallen 31:32 (17:15)

Sporthalle. – 301 Zuschauer. – SR Anthamatten/Wapp. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Zug, 3-mal 2 Minuten gegen Brühl. – Zug: Ort/Innes; Cavallari (4), Hasler-Petrig (6), Estermann, Kähr (7), Hess (3), Pavic (2), Javet; Scherer (5/4), Traber (3), Stutz, Betschart (1). – Brühl SG: Schlachter/Aegerter; Rebecca Kündig, Schmitt (2), Kerstin Kündig (7), Fudge (3), Murer (1), Ussia (2); Olsovska (8), Goricanec (2), Altherr (2), Tomasini (1), Özcelik (3), Hostettler (1). – Bemerkungen: Innes pariert Penalties von Schmitt (37./22:17) und Fudge (44./26:20). Schlachter pariert Penalty von Scherer (55./30:29).

Spono Nottwil – Thun 28:19 (14:8)
SPZ. – 150 Zuschauer. – SR Keiser/Wipf. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Nottwil. – Nottwil: Troxler (2)/Schüpbach; Wick (4), Hüsler (3/3), Jund (1), Hauptlin (2), Spaar, Aselmeyer (5), Schenk, Amrein (4), Calchini (3), Ljubas (4).