Überraschung im Viertelfinal des Schweizer Cups: Die zuletzt arg gebeutelten Spono Eagles gewinnen mit 31:27 und sorgen beim favorisierten LK Zug für den ersten Rückschlag in dieser Saison.

Und dann drehten sich die Spono Eagles im Kreis und konnten ihr Glück kaum fassen. Mit 31:27 ­gewannen sie gestern den Cup-Viertelfinal in der Halle ihres ­Erzrivalen, des LK Zug. «Erleichterung» empfinde sie, sagte Nottwils Rückraumspielerin Pascale Wyder, «ich bin wirklich mega- stolz auf alle, die hier sind. Einfach toll, wie wir uns durchgebissen haben. Wir hatten zuletzt nicht nur gute Zeiten.» Tatsächlich hatte dieser Exploit aufgrund der Nottwiler Probleme in der jüngeren Vergangenheit mit Verletzungen, dem Abrutschen auf Platz vier und dem Trainerwechsel nicht erwartet werden können. Der LK Zug war als Favorit in diese Partie gestiegen.

Schon die erste Halbzeit verlief bemerkenswert. Der LK Zug legte los wie die Feuerwehr und führte nach 10 Minuten mit 8:3. Dann aber nahm Mirco Stadelmann ein Time-out und läutete die Wende. Der Assistenztrainer Sponos trug diesmal an der Seitenlinie die Hauptverantwortung, weil Chefcoach Carlos Lima zwecks Trainerweiterbildung in München weilt. «Wir haben klar abgemacht, dass wir uns bewegen», schrie er während der Auszeit. Und forderte mit den Worten «Aggressiv! Mehr, mehr mehr!» eine Steigerung.

«Es schien, als ob Zug das Feuer gefehlt hätte»

Diese liess nicht lange auf sich warten. Mit der nun neu im Mittelblock agierenden Soka Smitran (anstelle von Carina Aselmeyer) deckten die Luzernerinnen weitaus agiler und kompakter. Erstaunlich war es trotzdem, wie schnell die Zugerinnen den Faden verloren. Nur vier Minuten nach Sponos Time-out sah sich LKZ-Trainer Christoph Sahli zu einer Unterredung mit seinem Team bemüssigt – 8:7 führte seine Equipe nur noch. Doch irgendwie war bereits der Wurm drin. Die Nottwilerinnen drehten die Partie noch in der ersten Halbzeit und gingen mit einem 14:12-Vorsprung in die Pause. «Es schien, als ob Zug das Feuer gefehlt hätte, nachdem wir wieder rangekommen waren», fand Wyder. Zugs Trainer Sahli hielt fest: «Wir wurden nervös, die Körpersprache war nicht mehr überzeugend. Vor allem haben wir die defensive Stabilität nicht gefunden.»

Die Nottwilerinnen liessen sich in der Folge die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und brachten den Sieg erstaunlich ­abgeklärt über die Runden. Zwar glich der LKZ nochmals zum 15:15 aus (35.), danach aber setzte sich mit Nottwil das leichtfüssigere und unbeschwerter wirkende Team durch. Ivana Ljubas und Neli Irman, die beiden Ausländerinnen, die in der ersten Saisonhälfte aufgrund von Verletzungen so schmerzlich vermisst worden waren, zeigten ihre Klasse und führten ihr Team in den Cup-Halbfinal. Ein wichtiger Faktor war auch Spono-Goalie Lea Schüpbach, die mit 15 Paraden das Zuger Aufbäumen im Keim erstickte. «Auf dem Weg nach oben kommt es zu Rückschlägen, nun müssen wir daraus die richtigen Lehren ziehen», erklärte Sahli, derweil sich Nottwil im Cup-Halbfinal auf das Heimspiel gegen den LC Brühl, den anderen Erzrivalen, freut.

Frauen. Cup. Viertelfinals: Zug – Spono 27:31. Zug II (SPL 2) – Rotweiss Thun 23:26. GC Amicitia – Yellow Winterthur 35:33.

Halbfinals (Datum noch nicht fix, muss bis 3. Februar gespielt sein): Spono Eagles – Brühl St.Gallen. Rotweiss Thun – GC Amicitia Zürich.

LK Zug – Spono Eagles 27:31 (12:14)

Sporthalle. – 350 Zuschauer. – SR Castiñeiras/Zwahlen. – Strafen: je 2-mal 2 Minuten. – Zug: Ort/Marion Betschart (ab 41.); Hess (3), Scherer (9/4), Stutz, Hasler-Petrig (5), Daria Betschart (1), Pavic (4); Estermann, Cavallari (1), Kähr (3), Traber, Javet, Tschamper (1). – Spono Eagles: Schüpbach/Troxler (für 2 Penaltys); Marku (6), Wyder (8/1), Ljubas (8), Calchini (2), Irman (6), Aselmeyer, Ramseier; Smitran (1), Hauptlin. – Bemerkung: Schüpbach pariert Penalty von Scherer (56./25:28).