Sie trifft und trifft und trifft. Sibylle Scherer wird zum vierten Mal Topskorerin. Privat ist sie eine Chaotin.

Wann immer Sibylle Scherer (26) am Ball ist, wirds gefährlich. Die 1,80 Meter grosse Rückraumspielerin des LK Zug ballert sich seit Jahren durch die Liga. Gestern Abend wurde Scherer im Kursaal in Bern im Rahmen der «Mobiliar Topscorer Gala» bereits zum vierten Mal als beste Handball-Schützin geehrt. Rekord! In 220 Liga-Spielen hat die Nati-Spielerin aus Baar ZG beeindruckende 1328 Tore erzielt.

Tor-Geheimnis: Sie trifft so oft, weil sie immer auch ihre Mitspielerinnen im Auge hat. Sie setzt diese genauso gerne in Szene, wie sie ­selber trifft. «Deshalb kann man mich nicht so gut ­einschätzen, das macht es schwieriger für die Gegne­-rinnen», sagt Scherer.

Erste Schritte: Mit acht Jahren hat Sibylle bei der HSG Baar Zug begonnen. Für sie, ihren Bruder Roger und ein paar andere Kinder wurde eigens eine Juniorenabteilung ins Leben gerufen.

Zukunft: In der Schweiz will Scherer ihrem Klub LK Zug treu bleiben. Doch die 26-Jährige liebäugelt noch mit dem Schritt ins Ausland, am ehesten in die deutsche Bundesliga. «Das wäre spannend. Aber ich weiss noch nicht, ob ich es wirklich mache.»

Beruf: Die torgefährlichste Frau der Schweiz ist Primarlehrerin, unterrichtet eine erste Klasse in Wohlen AG. Speziell ist es, wenn in der Klasse selber Kinder vom Handball-Virus befallen sind, was aktuell aber nicht der Fall ist. In der Vergangenheit wurde die Torjägerin nach Spielen aber oft ausgefragt. «Die Kinder wollten immer wissen, ob wir gewonnen haben und wie viele Tore ich geschossen habe.»

Style: Scherer ist eher locker unterwegs. Abendrobe wie gestern mag sie nicht so. «Ich mag es sportlich und leger. So eine Gala ist nicht unbedingt meine Welt.»

Beziehungsstatus: Seit sechs Jahren ist Scherer in einer Beziehung. Ihr Freund ist ebenfalls Handballer, trainiert beim LK Zug die Juniorinnen.

Schwäche: So abgeklärt Sibylle vor dem Tor agiert, privat ist sie eine kleine Chaotin. Oft vermisst sie ihre Wohnungsschlüssel. «Ich lege sie zum Beispiel im Badezimmer hin – und wenn ich sie brauche, ­suche ich sie ewig.»

Träume: Die schiebt sie für nach der Karriere auf. Danach will sie die Welt bereisen. «Ich will gerne einmal Australien und Afrika sehen.»