Der LK Zug verliert das Spitzenspiel der SPL1 gegen den LC Brühl mit 26:28. Vor dem Rückspiel im Europacup am Sonntag sagt der Trainer Christoph Sahli, wie sein Team mit dem Mammutprogramm umgeht.

Im dritten Meisterschaftsspiel setzte es die erste Niederlage für den LK Zug ab. Nach den siegreichen Auftritten gegen Herzogenbuchsee und Leimental verlor er gegen Brühl 26:28. Dabei waren die Zugerinnen bis zur 51. Minute auf Siegeskurs – sie führten 24:21. Doch mehrere individuelle Fehler ermöglichten den Ostschweizerinnen in den letzten zehn Minuten die Aufholjagd. Sie schafften in dieser Schwächephase den Ausgleich und konnten sogar in Führung gehen – die Zugerinnen konnten nicht mehr zurückschlagen.

Der Zuger Trainer Christoph Sahli sagte: «Wir haben am Ende im Angriff den Faden verloren und so Brühl wieder ins Spiel kommen lassen. Daraus müssen wir lernen und in der entscheidenden Phase lockerer werden. Doch das Team macht Fortschritte – Niederlagen gehört zum Prozess.» Die Rückraumspielerin Ria Estermann (25) ergänzte: «Es fehlte die Konstanz. Wir hatten starke Momente, doch plötzlich reihten sich Fehler an Fehler.» Leah Stutz (20), ebenfalls im Rückraum aktiv, sagte: «Wir konnten unsere Leistung nicht über 60 Minuten abrufen. Im Finish fehlte darüber hinaus die Cleverness.»

«Bereit für solche Aufgaben»

Zeit zum Durchatmen bleibt den Zugerinnen nicht. Sie stecken in einer intensiven Phase mit sechs Matches binnen 20 Tagen. Denn sie sind auch im Europacup engagiert. In diesem Wettbewerb wartet am Sonntag das Rückspiel gegen Zvenigorod (17.00, Sporthalle). Das dicht gedrängte Programm hilft nicht dabei, die 24:30-Niederlage aus dem Hinspiel wettzumachen. Der Trainer Sahli erklärt: «Wir wollten beide Europacupspiele gegen das russische Team an einem Wochenende spielen. Doch unser Gegner willigte nicht ein, was zur Folge hat, dass wir nun unter der Woche in der SPL1 spielen mussten.» Wie geht das Team mit dieser Belastung um? «Sehr gut. Wir sehen diese Partien als Chance, als Weiterentwicklung, damit wir gemeinsam weiterkommen. Meine Spielerinnen spielen lieber, als zu trainieren. Wir haben auf diese Saison hin das Trainingsvolumen erhöht und das Athletiktraining intensiviert. Die Spielerinnen haben gut gearbeitet und sind bereit für solche Aufgaben», ist er überzeugt.

Auch hart zu verkraften sind die Reisestrapazen im Europacup nach Russland, verbunden mit wenig Schlaf und Regenerationszeit. «Für eine Amateursportlerin, die unter der Woche arbeitet oder studiert, ist das eine grosse Challenge. Es erfordert eine hohe Disziplin», weiss Sahli. Hinsichtlich des Matches vom Sonntag sagt er offen: «Es wird schwierig, das Ding noch umzubiegen. Doch wir wollen uns nach dem Spiel mit erhobenen Haupt vor unseren Fans verabschieden und setzen alles daran, ein gutes Resultat zu erzielen.»

Michael Wyss

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Zug – Brühl 26:28 (12:13)

Sporthalle. – 250 Zuschauer. – SR Castineiras/Zwahlen. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Zug; 3-mal 2 Minuten gegen Brühl. – Zug: M. Betschart/Ort; Wegmüller; Traber (2); Hasler-Petrig (2); Scherer (9/3); Pavic (3); Stutz (2/2); D. Betschart (3); Javet; Baumann (1); Kähr; Estermann (3); Hess (1).

 

Bild: Werner Schelbert (Zug, 12. September 2018)