Für Damian Gwerder endete am Samstag eine Ära mit einem speziellen Abschiedsspiel. Der 54-Jährige war während zehn Jahren im SPL1-Trainerstaff des LK Zug tätig.

Es war ein spezielles Datum, der Samstag, 16. Juni 2018: «Ein Tag, der sicher unvergesslich bleiben wird. Es ist schön, dass der LK Zug für mich ein Abschiedsspiel mit ehemaligen und zukünftigen LKZ-Spielerinnen organisierte. Das schätze ich sehr. Der Verein ist mir auch ans Herz gewachsen», zeigte sich der 54-jährige Muotathaler und Handballfachmann Damian Gwerder am Samstag emotional.

Der Familienvater wurde in der Sporthalle Zug anlässlich des LK-Zug-Saison-Abschluss-Events als Trainer der SPL1-Mannschaft verabschiedet. Denn nach zehn Jahren hatte der 54-Jährige seinen Rücktritt erklärt. «Die Zeit in Zug möchte ich nicht missen. Ich durfte viele neue Menschen kennen lernen. Es war eine grosse Bereicherung für mich die Zeit in Zug», sagte Gwerder. Auch sportlich hatte sich das Engagement gelohnt, oder? «Absolut. Sportlich haben wir den LK Zug im Frauenhandball an die Spitze der Schweiz gebracht. Heute geniesst der Verein grosses Ansehen und Akzeptanz. Im Aktiv- wie auch im Nachwuchsbereich ist der LKZ eine beliebte Adresse. Speziell freut mich auch, wenn ich sehe, wie sich die Spielerinnen entwickelten.»

Sechs Titelgewinne

Unter Trainer Gwerder schafften die Zugerinnen vier Mal den Schweizer-Meister-Titel und wurden zwei Mal Cupsiegerin. «Als ich nach Zug kam, sagte mir Sportchef und SPL1-Co-Trainer Peter Stutz, es wäre schön, wenn wir einmal einen Titel feiern könnten. Aus einem Titel wurden dann letztendlich sechs Pokale», lachte der sympathische Gwerder. Und welches war der schönste Moment? «Es gibt natürlich viele Momente, die geblieben sind. Ich denke aber, dass der erste Meistertitel in der Saison 2009/10 sicher einer der bewegendsten Momente war, weil wir in Nottwil am Sempachersee bei unserem grössten Rivalen den Pokal in die Höhe stemmen konnten und die damalige ‹Best of 5›-Serie 3:2 gewonnen hatten. Auch die Partien im Europacup waren Erlebnisse und möchte ich nicht vergessen. Auch wenn wir meistens resultatmässig das Nachsehen hatten, konnten die Spielerin auf internationaler Bühne sicher viel profitieren.»

«Beim LKZ helfe ich gerne mit, weil ich dem Verein auch etwas zurückgeben möchte.»

Damian Gwerder | Handballtrainer

«Weiterhin die Philosophie leben»

Wo sieht Gwerder das SPL1-­Team des LK Zug in fünf Jahren? «Wenn wir hier in Zug weiterhin die Philosophie leben, mit eigenen Spielerinnen etwas aufzubauen, Nachwuchsspielerinnen integrieren und nicht teure ausländische Spielerinnen verpflichten, werden wir sicher wieder Erfolg haben und konkurrenzfähig sein. Es braucht Zeit und Geduld, es muss alles reifen und sich entwickeln. Auch wenn die Durststrecke vielleicht zwei oder drei Jahre wegen eines Umbruchs andauern kann, bis wir wieder Spitze sind, ist das nicht weiter schlimm. Mittel- und langfristig macht sich das bezahlt», beantwortete Gwerder die Frage.

Mit dem 33-jährigen Christoph Sahli (kommt vom SPL2-Team) ist Gwerders Nachfolger gefunden. Ist Gwerder zufrieden? «Ja klar, das ist eine sehr gute Wahl. Sahli ist ehrgeizig, ein guter Kommunikator und hat das nötige Rüstzeug. Er hat bei uns im SPL1-Staff bereits mitgewirkt und machte beim SPL2 einen sehr guten Job.»

Die Zukunft von Damian Gwerder

Der Muotathaler Gwerder kehrt dem Handballsport aber nicht den Rücken. Nein, er bleibt dem Handball erhalten. Profitieren von seiner Erfahrung kann ab nächster Saison die neu formierte LK-Zug-Trainingsgruppe der SPL2- und U18-Elite, die Gwerder zusammen mit Silvan Häfliger betreut. Ab 1. August wird Gwerder zudem neuer Nationaltrainer der U20-Frauen, sicher für zwei Saisons. «Beim LKZ helfe ich gerne mit, weil ich dem Verein auch etwas zurückgeben möchte. Es ist auch eine Herzenssache. Der Verein bedeutet mir viel. Sonst würde ich nicht für ein Training 120 Kilometer Autofahrt von meinem Wohnort Muotathal nach Zug und zurück in Kauf nehmen.» Stimmt. Gwerder hätte auch über die vielen Jahre die Möglichkeit gehabt, in seinem Heimatort zu trainieren. Die Sporthalle liegt nämlich 200 Meter von seinem Zuhause entfernt.

«Der Aufwand beim LKZ war enorm, die Zeit intensiv. Aber es hat mir immer Spass gemacht, nach Zug zu fahren, das Team zu trainieren. Die Spielerinnen in ihrer Entwicklung weiter zu bringen, war immer motivierend für mich. Ich bin davon überzeugt, dass im Leben nichts umsonst ist. Früher oder später wirst du ernten, was du einmal gesät hast.»

Michael Wyss|sport@zugerzeitung.ch