Damian Gwerder (54) wird am kommenden Sonntag nach zehn Jahren letztmals das Fanionteam des LK Zug coachen. Weggefährtinnen und -gefährten blicken zurück und plaudern aus dem Nähkästchen.

In Damian Gwerders Zeit als LKZ-Trainer feierte der Verein seine grössten Erfolge: vier Schweizer-Meister-Titel (2010 sowie 2013 bis 2015) und zwei Cupsiege (2014 und 2015). Am nächsten Sonntag wird diese grossartige Ära mit dem Auswärtsspiel in Brühl auf seinen eigenen Wunsch zu Ende gehen. Offiziell verabschiedet wird Gwerder am Samstag, 16. Juni, beim öffentlichen Saisonabschlussevent. Unsere Zeitung blickt bereits heute zurück. Nachfolgend äussern sich Personen aus dem LKZ über den Muotathaler. Dieser wird mit Silvan Häfliger die neu formierte Trainingsgruppe der SPL2- und U18-Elite-Teams in der kommenden Spielzeit trainieren.

Psychologe mit Plüschkatzen

Claudia Bär (Ex-Spielerin): «Als ich in Zug mit Handball begann, wurde mir gesagt, dass Damian oft sehr laut werden könne, mit der Begründung, dass er einfach so sei. Ich gewöhnte mich schnell daran. Ich kann mich noch gut erinnern, dass er einmal in einer für uns sehr stressigen Situation vor dem Meistertitel in einem Time-out sagte: ‹Lächlä, Damä! Lächlä!› Er war auch Psychologe und verstand es, im richtigen Moment die richtigen Worte zu finden.»

Sibylle Scherer (Spielerin): «Damian sagt immer, dass Frauen zu trainieren, schwieriger sei als Männer, da sie immer alles hinterfragten. Er sorgte immer wieder für viel Abwechslung in den Trainingseinheiten, als er beispielsweise lachende Plüschkatzen oder Geschicklichkeitsspiele mitbrachte, die uns zur Verzweiflung trieben.»

Jacqueline Hasler-Petrig (Ex-Spielerin): «Was mir bleibt, sind Worte wie ‹Lächlä› und ‹S Christchindli chunt genau gliich›. So hat er uns den Druck genommen und sichergestellt, dass wir positiv bleiben. Seine ehrliche und direkte Art habe ich sehr geschätzt. Man wusste immer, was Sache ist.»

Der Mensch dahinter

Hansjörg Greter (Speakerlegende): «Damian habe ich immer sehr bescheiden erlebt, trotz des Erfolgs. Er blieb immer Realist, was ich an ihm sehr schätze. Ich konnte einmal auf einem Hinflug nach Budapest für ein Europacupspiel neben ihm sitzen. Wir haben über Handball und alles andere gesprochen. Das war spannend. Sein Dialekt macht ihn noch sympathischer, als er sonst schon ist.»

Simona Cavallari (Ex-Spielerin): «Ich habe ihn nicht nur als Handballtrainer, sondern auch als Menschen kennen lernen dürfen. Er lachte einmal auf einem Flug von Wien nach Zürich ununterbrochen – wohlverstanden über seinen eigenen Witz. Er ist ein sehr wertvoller Mensch, dem man auch mal etwas anvertrauen kann.»

Daphne Gautschi (Ex-Spielerin): «Damian Gwerder – da fällt mir nur ein Wort ein: handballverrückt. Er hat auch immer ein offenes Ohr und man kann mit ihm über alles reden. Er hat mich sicher auch weitergebracht in der Entwicklung.»

Michael Tremp (Präsident): «Die Zusammenarbeit mit Damian Gwerder ist super. Er ist ein sehr engagierter und ausgewiesener Fachmann mit menschlichen Qualitäten – ein Gewinn für den LKZ.»

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Als der Schnauz ab musste

Stefanie Stücheli (Ex-Spielerin): «Damian ist einer meiner besten Trainer gewesen. Er war innovativ, mutig und motivierend. Sein Dialekt und seine moderne Frisur sind unverkennbar, genauso seine Power. Unvergesslich bleibt die Wette nach dem Gewinn des ersten LKZ-Meistertitels: Ich durfte Damian den Schnauz abrasieren – noch auf dem Spielfeld wurde das erledigt!»

Tobias Hodel (Trainerstaff): «An einer Männer-U21-Weltmeisterschaft hatte sich Damian als damaliger Co-Trainer dazu hinreissen lassen, darauf zu wetten, dass einer seiner Schützlinge sich im Verlauf des Abschlussabends übergeben müsse. Die Wette ging verloren.»
Die Sache mit dem Dialekt

Martina Lanz (Ex-Spielerin): «Als Damian bei uns anfing, mussten wir uns zuerst an seine Sprache gewöhnen. Der Ball heisst bei ihm beispielsweise ‹Kugel›. Auch sonst war sein Muotathaler Dialekt gewöhnungsbedürftig. Seine Anweisungen auf dem Feld waren sehr barsch, knapp und laut. Dazu kam sein strenger Blick. Manchmal hätte ich in der Halle am liebsten ein Loch gegraben, um mich zu verstecken. Wir schlossen ihn aber schnell ins Herz. Unter ihm hat der LKZ auch in Sachen Mentaltraining und Ernährungscoaching vieles gelernt.»

Stephanie Rosen (Ex-Spielerin): «Am Anfang verstand ich kein Wort von seinem Dialekt. Das führte immer wieder zu Missverständnissen. Er ist ein grossartiger Trainer, der mit viel Leidenschaft diesen Sport lebt.»

Sandra Hauger-Bär (Ex-Spielerin): «Damian kann ganz böse blicken und laut schreien. Ich habe ihn dennoch sehr geschätzt als Trainer und Mensch. Und sein Dialekt ist der Hammer: ‹Ä sonä Gagis› etwa heisst ‹So ein Blödsinn›. Bei WhatsApp hat er am Schluss immer ‹gd› geschrieben. Ich hatte ihn einmal gefragt, wieso er Gwerder Damian schreibt. Er sagte darauf: Das heisst ‹Gruss Damian›.»

Peter Stutz (Sportchef und Co-Trainer): «Damians Muotathaler Ausdrücke sind sicher speziell, vor allem unsere Basler und Zürcher Fraktionen haben sie nie verstanden: ‹Zicki› heisst ‹Fangnis›, ‹flätt› bedeutet ‹fest› oder ‹stark›, ‹härschte› heisst ‹kämpfen› und ‹öbberem eis flicke› heisst ‹austeilen›.»

Zitate LKZ-Spielerinnen

Michael Wyss | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!