Debora Annen, ehemalige Spielerin des HC Goldau, bestreitet in den kommenden Wochen mit der U18-Nationalmannschaft gleich zwei Turniere.

Deboradb. Einen freien Platz in der Agenda der Art-herin und ehemaligen HC-Goldau-Spielerin, Debora Annen, zu finden, dürfte sich in die-sen Tagen als schwierig erweisen. In den kommenden Wochen ist die 17-Jährige gleich mehrfach mit der Auswahl der besten Schweizer Handballspielerinnen im U18-Alter unterwegs. Vom 19. bis 27. Juli bestreitet die Kreisspielerin das Handballturnier des Youth Olympic European Festival (Eyof ) – eine Art olympische Jugendsommerspiele für europäische Nationen und grösster poly-sportiver Anlass für 13- bis 18-jährige Sport-lerinnen und Sportler in Europa – in Baku, Aserbaidschan. Keine zwei Wochen später absolviert Annen mit ihren Nati-Kolleginnen vom 3. bis 12. August in der georgischen Hauptstadt Tiflis die B-Europameisterschaft Wochen gleich zwei Turniere mit der Nationalmannschaft an.

Hohe Ziele

Die Qualifikation für das Eyof sicherte sich die Schweizer U18-Nationalmannschaft dank der starken Leistung an der Open EM in Göteborg im vergangenen Jahr, wo Annen bereits zu den Leistungsträgerinnen der Schweizer Auswahl zählte. Mit dem vierten Platz haben die Schweizerinnen dort ihr Potenzial nachhaltig angedeutet. In Baku soll es nun gemäss Annen in eine ähnliche Richtung gehen, auch wenn sie sich bewusst ist, dass ihr Team gegen die durchaus namhafte Konkurrenz nicht zu den Favoriten zählt. Trotzdem ist Annen überzeugt, dass das Eyof für sie und ihr Team ein Supererlebnis wird: «Wir haben dort die Gelegenheit, uns mit Top-Nationen zu messen. Dabei werden wir versuchen, das Beste aus uns herauszuholen.» Angepeilt werde trotz allem das Halbfnale, für welches in der Vorrundengruppe mit Ungarn, Tschechien und Gastgeber Aserbaidschan mindestens der zweite Platz nötig sein wird.

Unabhängig vom Abschneiden in der Vorrunde wird die Schweiz ihr letztes Spiel in Baku am 27. Juli bestreiten. Exakt eine Woche später starten die Schweizerinnen dann in ihr nächstes Abenteuer. Rund 445 Kilometer Luftlinie von Baku entfernt fällt dann für die U18-Juniorinnen-Nationalmannschaft der Startschuss zur B-Europameisterschaft in Tiflis. Zum Auftakt wartet auf Annen und ihre Teamkolleginnen das Team aus Lettland, im weiteren Verlauf der Vorrunde treffen die Schweizerinnen auf Finnland, Litauen und Gastgeber Georgien. Das Halbfinale ist auch für das zweite Turnier innerhalb von einer Woche das Ziel von Annen. In Tiflis wird dafür wiederum mindestens der zweite Gruppenplatz notwendig sein. Für den Aufstieg in die A-Klasse wäre gar der Turniersieg nötig.

Hartes Training nach schwieriger Saison

Die Vorfreude auf den Sommer mit den bevorstehenden Nati-Turnieren sei natürlich gross, so Annen. Umso mehr, weil es noch gar nicht lange her ist, dass die heute bei den U18-Juniorinnen sowie in der zweiten Mannschaft des LK Zug spielenden Kreisakteurin kaum auf dem Parkett anzutreffen war. Das Pfeiffersche Drüsenfieber und eine Ellbogen-Operation sorgten für diverse Ausfälle im Laufe der vergangenen Saison. Als dann der Arzt sein Okay für eine Rückkehr aufs Handballfeld gab, gab es für Annen kein Halten mehr. «Ich begann sofort mit dem Training, absolvierte fünf bis sieben Einheiten in der Woche.» In den vergangenen Tagen standen dann vor allem Ausdauer-, Intervall-, Lauf- und Krafttraining sowie Stabilisationsübungen für Füsse und Schultern auf Annens Trainingsplan. Doch nicht nur mit dem intensiven Training bereitet sich die Artherin auf die bevorstehenden Saisonhöhepunkte mit der Nationalmannschaft vor. «Wichtig ist auch, sich richtig zu ernähren.» Auch Schlaf und Erholung werden in der Vorbereitung grossgeschrieben. Deshalb nimmt sich Annen in der kommenden Woche drei trainingsfreie Tage, ehe die Vorbereitung mit zwei Trainingstagen in Schaffhausen abgeschlossen wird. Danach startet die Reise ans Eyof, das Annen schon jetzt als einmaliges Erlebnis bezeichnet. «Wir werden dort auch mit anderen Schweizer Sportlern in Kontakt kommen», freut sich Annen. Im Hinblick auf die B-Europameisterschaft ist die Artherin vor allem auf die neuen Gegner, mit denen sich ihr Team messen wird, gespannt.

Ob Eyof oder EM, die nächsten Tage und Wochen werden Debora Annen so oder so lange in Erinnerung bleiben – so wie alle ihre Auftritte im Dress einer Schweizer Nach-wuchsauswahl. Schliesslich sei es für sie immer eine Ehre, ihr Land vertreten zu dürfen.