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Die Zugerin Kyra Gwerder (links) und die Nottwilerin Ana Emmenegger spielen auch international erfolgreich. Bilder: PD/Boris Bürgisse

Schweiz schreibt ein«Handball-Märchen»

Stephan Santschi | Zuger Zeitung
05 Juli 2022
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Hochs, Tiefs und am Ende der starke achte Platz: Die Schweizerinnen stossen an der U20-WM in die erweiterte Weltklasse vor.

«Ein Handball-Märchen könnte nicht besser geschrieben werden», sagt Ana Emmenegger (19). «Es war für alle ziemlich heftig und wird uns immer in Erinnerung bleiben», versichert Kyra Gwerder (20). Die Spielmacherin der Spono Eagles und die linke Flügelspielerin des LK Zug berichten stellvertretend für das Schweizer U20-Nationalteam, das in den vergangenen zwei Wochen an der WM in Slowenien für Furore gesorgt hat. Am Sonntag ging sie zu Ende, mit einer 27:29-Niederlage im Spiel um Platz sieben gegen Deutschland. Am überaus positiven Fazit änderte dies nichts mehr, nie hat eine weibliche Auswahl an einem internationalen Turnier erfolgreicher abgeschnitten.

Begonnen hat die Kampagne allerdings schlecht, «uns fehlte die Abgebrühtheit», monierte Nationaltrainer Damian Gwerder nach der 26:33-Vorrundenniederlage gegen Österreich. Es schien, als hätten die Schweizerinnen das Schlüsselspiel fürs Weiterkommen bereits verloren, schliesslich wartete nach dem 43:21-Sieg gegen Kasachstan noch das starke Kroatien. In einer dramatischen Partie rangen die Schweizerinnen den favorisierten Kontrahenten jedoch nieder, acht Sekunden vor Schluss traf Tabea Schmid zum 22:21-Sieg, der Jubel im Lager der SHV-Auswahl war grenzenlos.

Turbulente Personalsituation

Mit diesem Exploit stiess die Schweiz nicht nur in die Hauptrunde der besten 16 Teams vor, sondern nahm auch die beiden Punkte gegen Kroatien mit und brachte sich im Kampf um die Viertelfinal-Qualifikation in eine günstige Ausgangslage.

Dann schlugen die äusseren Umstände zu, positive Coronatests sorgten für insgesamt neun Ausfälle und fünf Nachnominierungen. «Jede Spielerin verlor im Verlauf des Turniers ihr Zimmergspändli, weil es vorzeitig heimreisen musste», erzählt Emmenegger, die dem Team wie Kyra Gwerder bis zum Schluss erhalten blieb.

Zuversicht trotz Kanterniederlage

Trotz personeller Probleme, zahlreichen Umstellungen und einer Kanterniederlage in der ersten Hauptrundenpartie gegen Ungarn (23:40) liess sich das U20-Nationalteam nicht unterkriegen und schaffte nach einem 26:23-Sieg gegen Ägypten den Vorstoss in den Viertelfinal. Ein ausgezeichneter Teamgeist, eine starke Abwehr und das geduldige Angriffsspiel mit der grossartigen Tabea Schmid am Kreis waren die Stützpfeiler einer Equipe, die mit ihren Auftritten Verbandsgeschichte geschrieben hat. «Wir haben es lustig zusammen, können dann aber extrem gut den Schalter umlegen. Jede ist dann voll auf ihren Job fokussiert», erklärt Emmenegger.

«Platz acht ist sensationell»

Mehr als der Einzug in die Top 8 lag anschliessend nicht mehr drin. Norwegen war im Viertelfinal zu stark (20:37), und auch die Platzierungsspiele gegen Angola (21:26) und Deutschland (27:29) gingen verloren. Nur noch zwölf Spielerinnen, darunter eine Torhüterin, standen im Aufgebot, aus dem ursprünglichen 16-Frau-Kader blieben sieben Akteurinnen übrig. «Diese Ausfälle zu akzeptieren, war schwierig. Deshalb sind wir mit dem Abschneiden vollends zufrieden, Platz acht ist sensationell», resümiert Gwerder und Emmenegger hält fest: «Wir haben gezeigt, was ein kleines Land wie die Schweiz erreichen kann, selbst wenn es überhaupt nicht in Vollbesetzung spielt.»

Für die Handballerinnen kommt nun definitiv die Sommerpause, eine lange Saison geht zu Ende, nun stehen die Ferien auf dem Programm. Nächste Saison werden Kyra Gwerder und Ana Emmenegger mit ihren Teams, dem LK Zug und den Spono Eagles, auf den Platz zurückkehren – mit neuer Energie und unvergesslichen WM-Erinnerungen im Gepäck.

Geschäftsstelle

LK Zug Handball | Irene Spieler
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Fon +41 (0)41 780 42 66
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