Hart und furchlos: De Zugerini Norma Goldmann (am Ball) und Alina Stähelin von den Spono Eagles (Bilder: Peter Klaunzer/Key und Dominik Wunderli

Wer hat mehr Durchhaltewillen?

LK Zug Handball
29 Mai 2022

Alles oder nichts: Der LK Zug und die Spono Eagles bestreiten am Sonntag das entscheidende Spiel im Playoff-Final.

Das Spektakel geht in die fünfte und letzte Runde: Am Sonntag empfängt Zug den Dauerrivalen aus Nottwil (15 Uhr, Sporthalle) zur Finalissima im Meisterrennen, beide Teams haben sich in der Best-of-five-Serie zwei Siege sichern können. «Es geht um die Tagesform, um Glück, um den Goalie, der im richtigen Moment einen Ball hält oder nicht», sagt Urs Mühlethaler, der Trainer der Spono Eagles. Und Damian Gwerder, sein Pendant beim LKZ, hält nach dem verpassten Matchball am Mittwoch fest: «Gut essen, gut erholen, nicht zu viel hadern. Jetzt gehen wir halt über die volle Distanz.»

Die beiden Teams liefern sich einen Abnützungskampf auf höchstem Niveau, in dem bisher die furiosen Offensivreihen im Scheinwerferlicht stehen. Die Verteidigungslinien tun sich schwer gegen das Tempo, den Spielwitz und die Durchschlagskraft der gegnerischen Angreiferinnen. 260 Tore fielen in vier Partien (65 pro Spiel), 69 Penaltys (über 17 pro Spiel) wurden ausgesprochen. Das heisst aber nicht, dass Freifahrtscheine ausgestellt werden, im Gegenteil: Es wird knallhart verteidigt, das zeigt der Blick auf die Aggressivleader: Sponos Alina Stähelin und Zugs Norma Goldmann.

Stähelin – Inbegriff für Nottwils Härte

Alina Stähelin, 21-jährig, spielt ihre dritte Saison in Nottwil. Seit dem Rücktritt von Ivana Ljubas im letzten Sommer übernimmt die kräftige und 1,82 m grosse Baselbieterin viel Verantwortung im Innenblock, sie avancierte sogar zum Inbegriff für Sponos Härte. Die Zuger Fans reagieren mit Pfiffen, wenn ­Stähelin einen Laufweg abrupt beendet oder sogar entrüstet, wenn sie die Angreiferin im Stil einer Schwingerin zu Boden drückt. «Irgendjemand muss zupacken, ich sehe das als Privileg», sagt Stähelin. «Das ist Handball, das ist ein Playoff-­Final – solange es fair bleibt, ­gehört dies dazu.»

Fair war es meistens, das zeigen auch die Schiedsrichter-Sanktionen. Nur 19 Zweiminutenstrafen sind ausgesprochen worden, im Schnitt weniger als fünf pro Spiel. Stähelin wird dabei inspiriert von Ivana Ljubas, die seit Mühlethalers Rückkehr den Staff ergänzt. «Ivana bringt eine unglaubliche Energie rein, sie ging immer all-in», erklärt Stähelin. Trotz der starken Belastung fühlt sich die Studentin der Pharmazeutischen Wissenschaften relativ frisch: «Ich bin bisher recht glimpflich davon­gekommen», sagt sie. Und schmunzelnd fügt sie an: «Ich kann definitiv einstecken.»

Goldmann – furchtlos in Zugs Abwehr

Auf der anderen Seite nimmt Norma Goldmann beim Verhindern von Toren eine zentrale Rolle ein. Wer die 1,72 m grosse Chamerin beim Organisieren der Abwehr beobachtet, kommt nicht auf die Idee, dass sie erst 18 Jahre alt ist und ihre erste SPL-1-Saison bestreitet. «Norma ist enorm schnell auf den Beinen und fürchtet keinen Zweikampf», lobt Gwerder, der das Eigengewächs nach der Verletzung von Celia Heinzer zur ­Abwehrchefin befördert hat. «Megacool», finde sie das, berichtet Goldmann. «Ich bin hart im Nehmen, möchte einfach ­alles geben.»

Erstaunlich: Sara Zaetta, ihre Partnerin im Innenblock, ist ebenfalls erst 18 Jahre alt, übernahm diese Aufgabe zuletzt von Stefanie Eugster. Goldmann und Zaetta spielten schon im Nachwuchs des LKZ zusammen, gehen am Leistungssportzentrum OYM in Cham in die gleiche Klasse und verstehen sich auch neben dem Platz gut. Am Sonntag werden sie wieder alles abrufen müssen, um dem gegnerischen Angriff Paroli zu bieten. «Die Ausgangslage ist ausgeglichen», findet Goldmann. «Wer mehr Durchhaltewillen hat, wird das Spiel gewinnen.»

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