Andreea Taivan im Training mit ihrem neuen Team: «Ich geniesse jeden einzelnen Tag.»Bild: Stefan Kaiser (Zug, 26. August 2021)

SPL1: Zug landet einen Transfercoup

Ernesto Piazza
27 August 2021
Die Trainingsintensität ist hoch an diesem Abend in der Zuger Sporthalle. Die Handballerinnen arbeiten akribisch an den Elementen. Ab und zu unterbricht Headcoach Christoph Sahli, erklärt, korrigiert. Mittendrin ist auch Andreea Taivan. Erst seit kurzer Zeit gehört die 24-jährige Rumänin zum Kader des LK Zug. Lange sah es nicht danach aus, dass der Doublegewinner auf dem Transfermarkt nochmals aktiv werden würde. Doch mit der 167 Zentimeter grossen Linkshänderin ist ihm ein Glücksgriff, ein veritabler Coup geglückt.

Dann ist die Einheit zu Ende, auch für den neuen rechten LKZ-Flügel. Sichtlich zufrieden sagt sie: «Ich geniesse jeden einzelnen Tag in meiner neuen Umgebung.» Sei es handballerisch, die Lebensart in der Schweiz, das Team oder die Zusammenarbeit mit dem Staff. «Einfach alles.» In der letzten Saison spielte Taivan bei Dijon in der ersten französischen Liga. Und eigentlich wollte sie danach in ihre Heimat zurückkehren. Die ganze Situation, auch mit der Pandemie, sei für sie recht schwierig gewesen, sagt sie. Dann allerdings erinnerte sich LKZ-Headcoach Sahli an sie, auch an zwei Videos, und stellte den Kontakt zu ihrem Agenten her. Worauf sich die Rumänin entschied, doch für drei Tage in die Schweiz zu fahren. Bei Probetrainings überzeugte sie auf Anhieb die Verantwortlichen und signalisierte ihrerseits ebenfalls grünes Licht für das Engagement.

Kreisläuferin Jónsdóttir war wichtig für Wechsel

Mit den U17-Juniorinnen Rumäniens holte Taivan 2014 den WM-Titel. Sie war Bestandteil der U20 und bekam bisher drei Aufgebote für die A-Nationalmannschaft. In Rumänien spielte sie bei CSU Danubius Galati, CS Minaur Baia Mare, SCM Gloria Buzau und ACS Crisul Chisineu-Cris in der höchsten Liga, welche notabene eine der stärksten in Europa ist.

Das Zuger Engagement sieht sie als «echte Herausforderung» – und zwar in verschiedener Hinsicht. Sie war bisher noch nie in der Situation, zu den Ältesten eines Teams zu gehören. So kommt ihr eine Vorbildfunktion zu. Gleichzeitig ist ihr der kollegiale Austausch mit den Mitspielerinnen wichtig. Das sei ein Spagat, den sie zu meistern versucht. Weiter arbeitet sie daran, der deutschen Sprache mächtig zu werden. «Es ist alles einfacher, wenn du es verstehst, was in deinem Umfeld geredet wird.» Aktuell wohnt sie noch zusammen mit Kreisläuferin Harpa Jónsdóttir. Und zwar bis Ende September, dann kann Taivan ihre eigene Wohnung beziehen. «Harpa war ein sehr wichtiger Faktor, dass ich mich für diesen Wechsel entschied», betont die Linkshänderin. Harpa habe ein offenes Herz für jedermann. Sie kam ebenfalls ohne grosse Deutschkenntnisse von Island über Dänemark in die Schweiz. Nun kann der Zuger Neuzugang von Jónsdóttirs Erfahrungen profitieren.

Talente sollen von Taivan profitieren

Bei Zug wird die defensivstarke und mit technischen Feinheiten ausgestattete Taivan in die Lücke springen, die Simona Cavallari mit ihrem Rücktritt hinterlässt. «Aber nicht nur», erklärt Sahli. «Unsere Idee ist auch, dass speziell die jungen Flügel Svenja Steinmann und Alina Berchtold von ihr 1:1 profitieren.» Des Weiteren wird sie im Chamer Leistungszentrum OYM im Rahmen des Talent-Impact-Programms, das junge Athletinnen auf dem Weg in den Spitzensport unterstützt, spezifische Techniktrainings für Flügelspielerinnen in einer Co-Funktion führen. Ähnliches ist im LKZ-Nachwuchs geplant. Sahli sieht dieses Gesamtpaket auch als ein Projekt, «das für alle Beteiligten zu einer Win-win-Situation führen soll».

Taivan weiss, dass der LKZ in der vergangenen Spielzeit das Double gewann und auch diesmal Ambitionen auf Titel hegt. Und obwohl man Erwartungen in sie setzt, erklärt sie: «Ich spüre keinen Stress.» Dies gibt ihr ein gutes Gefühl und die Gewissheit, mit dem Wechsel nach Zug «richtig entschieden zu haben». In der kurzen Zeit, wo sie nun hier sei, habe sie von der grossen LKZ-Familie schon viel bekommen. «Jetzt möchte ich auch etwas zurückgeben und Teil davon sein.» Und Andreea Taivan vertraut darauf, «dass der Erfolg der letzten Saison wiederum möglich ist».

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