SPL1: Die Eagles behalten weisse Weste auch im Derby

Ernesto Piazza | Zuger Zeitung
19 Oktober 2020
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Selbst wenn die Team-Leaderin ausfällt: Nottwil lässt sich im Handballderby vom LK Zug ebenfalls nicht stoppen.

Spono Nottwil bestimmt momentan die Gangart im Schweizer Frauenhandball. Die Eagles bleiben auch im sechsten Spiel (Meisterschaft, Super- und Europacup) auf Siegeskurs. Im Derby gegen den LK Zug setzen sie sich mit 33:27 (18:16) durch. Die Gäste vom Sempachersee wirkten über die 60 Minuten abgeklärter und stilsicherer und liessen sich auch nicht aus dem Tritt bringen, als sie nach 25 Minuten Ivana Ljubas, den «Kopf des Teams», wie es hinterher Trainer Ike Cotrina formulierte, infolge Disqualifikation verloren.

«Wir wollen den richtigen Schlüssel finden», erklärte Cotrina im Vorfeld des Derbys. Ein Mittel hierfür sei, die Angriffe etwas länger auszuspielen und so die Zugerinnen in ihrem Tempohandball zurückzubinden. Diese Vorgabe beherzigte seine Truppe und legte immer wieder vor. Weil die Zugerinnen jedoch im Spiel blieben, entwickelte sich eine rassige Partie.

Bis zur 25. Minute verlief die Begegnung ausgeglichen (14:14). Dann kam es zur eingangs erwähnten Schlüsselszene. Ljubas kassierte wegen einer Auseinandersetzung mit den Schiedsrichtern eine erste Zweiminutenstrafe, dann sogleich ihre zweite obendrauf und schliesslich den Restausschluss. Wer nun aber glaubte, die Zugerinnen würden daraus Kapital schlagen können, irrte. Spono ging aus der vierminütigen Überzahl nicht nur mit einer «Plus-eins-Bilanz» raus, die Eagles vermochten dieses Fehlen in der Folge zu kompensieren. «Alle waren bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen», sagt Ike Cotrina. Wobei sie solche Situationen auch im Training simulierten. Für Zug-Headcoach Christoph Sahli war dieser Moment für das Spiel seines Teams möglicherweise sogar das falsche Signal. «Wir waren auf Ivana vorbereitet und hatten sie bis zu diesem Moment gut im Griff.»

Zug fehlt die nötige Coolness

Und die Eagles legten weiter vor. Nach 35 Minuten waren es gar vier Treffer Differenz (21:17). Drei Tore von Leah Stutz in Folge und eines von Topskorerin Sibylle Scherer sorgten aber wiederum für den Gleichstand (39.). Das Momentum lag bei den Zugerinnen, das Spiel schien zu kippen. Dass es nicht so weit kam, dafür sorgte vor allem Xenia Hodel mit ihren 12 Treffern, sechs als sichere Siebenmeter-Schützin. Zudem war es das immer wieder von Judith Matter angetriebene Kollektiv, das den Sieg vehementer suchte. Sie seien unter Druck gestanden, sagt Cotrina. «Deshalb bin ich mit dem Resultat zufrieden.»

Sahli hingegen haderte mit der Situation, dass «wir nicht clever genug waren, die nötige Coolness vermissen liessen». Sie seien als Team in der Defensive zu wenig präsent gewesen. Und offensiv leistete sich Zug zu viele Fehler, zu oft waren die Abschlüsse ungenau. Gerade über die Flügel, was bei deren Qualität eher ungewohnt ist. Hier scheiterte man ebenfalls an Torhüterin Laila Troxler. Sie sagt: «Wir waren bereit für dieses Spiel. Und wenn die Deckung mitspielt, ist es für mich natürlich einfacher.»

Nationaltrainer erfreut über seine Spielerinnen

Troxler sieht die Eagles «auf einem guten Weg», dass der Trainer «die einzelnen Puzzleteile sukzessive zusammenfügt». Für ihn sind die beiden Punkte sehr wichtig. «Denn wir wollten weiter verlustpunktlos bleiben.» Man wisse ja nicht, was die Saison gerade bei der aktuellen Coronasituation noch bringe.

Ebenfalls in Zug anwesend war Nationaltrainer Martin Albertsen. Er ist bekanntlich auch für den sportlichen Part der Frauen-Akademie im Chamer OYM verantwortlich und wohnt nur unweit von der Sporthalle entfernt. Die ersten 40 Minuten hätten ihm sehr gut gefallen, erklärt er. «Dann hat Zug in der Abwehr die Aggressivität und Konzentration verloren.» Dies hätten die erfahrenen Eagles genutzt. Und angesprochen auf die Leistung seiner Nationalspielerinnen resümiert er: «Ich bin mit Xenia Hodel und Charlotte Kähr sehr zufrieden. Beide setzen die guten Leistungen des jüngsten Lehrgangs fort.» Von den Nicht-Nationalspielerinnen gefielen ihm Csebits und Stutz. «Catherine hat ihre beste SPL1-Partie seit ihrer Rückkehr in die Schweiz gespielt, und Leah überzeugte mich als Spielmacherin.»

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