SPL1 | Der LK Zug unterliegt im dritten und entscheidenden Spiel des Playoff-Finals Brühl St. Gallen 24:39. Die Zugerinnen verpassen damit den fünften Schweizer-Meister-Titel der Vereinsgeschichte.

Bereits nach 20 Spielminuten beschlichen den einen oder anderen in der St. Galler Kreuzbleiche-Halle die Gedanken, ob es das nun schon gewesen sei. In der Tat lag der LK Zug zu diesem Zeitpunkt bereits mit zehn Toren (5:15) im Hintertreffen. Zudem hatten die Brühlerinnen zu diesem Zeitpunkt das Spiel fest im Griff. Mit dem Schlusspfiff 40 Minuten später war die 24:39-Kanterniederlage der Zentralschweizerinnen Tatsache.

«Wir sind sehr enttäuscht über die Niederlage», sagte Topskorerin Sibylle Scherer nach der Partie, «vor allem über die Art und Weise, wie diese zu Stande gekommen ist. Das sind nicht wir.» Ähnlich sieht es bei Martina Traber aus: «Ich bin sehr enttäuscht und aufgewühlt. Das war nicht unsere normale Leistung.»

Nur einmal in Führung gelegen

Diese «normale Leistung» zeigten die Zugerinnen vergangenen Dienstag, als sie Spiel zwei 25:20 gewannen. Im entscheidenden Spiel gestern Nachmittag gelang dem Team von Damian Gwerder jedoch gar nichts mehr. «Wir waren in allen Bereichen schlechter. Wir hatten keine Deckung und keinen Angriff, obwohl die Einstellung stimmte und wir einen guten Start hatten», analysierte der Zuger Coach.

In der Tat lag der LK Zug zu Beginn der Partie mit 2:0 in Führung. Dies war dann aber auch der einzige Vorsprung der Innerschweizerinnen. Brühl steigerte sich im Vergleich zum vergangenen Spiel und liess kaum etwas zu. So wirkte Zug im Angriff hilflos und scheiterte auch aus aussichtsreichsten Positionen – es fehlte schlicht und einfach die Effizienz. Auch in der Verteidigung agierten die Zugerinnen zu wenig beweglich, und die Torhüterinnen hielten in der ersten Halbzeit lediglich zwei Bälle. Ballverluste, die immer grösser werdende Tordifferenz und die schiere Aussichtslosigkeit des Titelgewinns waren die Folge.

30. Meistertitel von Brühl St. Gallen

«Wir waren in allen Bereichen schlechter. Wir hatten keine Deckung und keinen Angriff, obwohl die Einstellung stimmte.»

Damian Gwerder | Trainer LK Zug Handball

So überraschte es nicht, dass das Spiel und damit die Playoff-Finalserie bereits zur Pause zu Ungunsten Zugs entschieden war (9:21). «Trotz des Rückstands wollten wir in der zweiten Halbzeit nochmals zeigen, was wir können», sagte Scherer, und Gwerder ergänzte: «Wir probierten, das Resultat auszublenden und nochmals alles zu geben.» Dies gelang – verständlicherweise bei einem solch grossen Rückstand – nur teilweise. Die Zugerinnen fingen sich zwar etwas auf, hatten der Niederlage jedoch nichts mehr entgegenzusetzen.

Aufgrund der 24:39-Niederlage müssen die Zentralschweizerinnen weiter auf ihren fünften Schweizer-Meister-Titel warten. Nachdem sie in den vergangenen fünf Jahren dreimal den Titel gewonnen hatten, klappte es diese Saison nicht wunschgemäss, das Finalresultat von vor vier Jahren zu wiederholen. Damals triumphierten sie im Playoff-Final ebenfalls gegen Brühl mit 3:0. Damit konnte der LK Zug auch den 30. Meistertitel von Brühl nicht verhindern. «Vielleicht waren wir am Ende doch noch etwas zu jung, zu nervös oder zu unerfahren», meinte Traber nach Spielschluss.

Trotz der Finalniederlage werden die Zugerinnen mit etwas Distanz feststellen, dass ihr junges Team eine sehr gute Saison gespielt hat. «Unser junges Team hat eine sensationelle Saison hingelegt», sagte Damian Gwerder. Auch Traber stimmte dem zu: «Es ist ein schlechtes Ende, aber wir haben diese Saison sehr grosse Fortschritte gemacht, an die wir in der nächsten Spielzeit bestimmt anknüpfen werden.»

Sarina Bischoff, St. Gallen | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Frauen, SPL1

Playoff-Final (best of 3). 3. Runde: Brühl St. Gallen (1. der Qualifikation) – LK Zug (2.) 39:24 (21:9); Endstand 2:1. – 30. Meistertitel für Brühl St. Gallen.

Brühl St. Gallen – LK Zug 39:24 (21:9)

Kreuzbleiche. – 910 Zuschauer. – SR Capoccia/Jucker. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Zug. – Torfolge: 0:1, 0:2, 3:2, 3:3 (7.), 10:3, 12:4, 15:5 (21.), 15:7, 17:9, 21:9 (30.), 21:10, 22:11, 25:12, 26:14 (37.), 28:14, 28:16, 31:17 (47.), 34:19, 35:21, 38:21, 38:23, 39:24.

Brühl St. Gallen: Dokovic/Fabia Schlachter (52.–60.); Ussia (1), Özcelik (4), Goricanec (6), Mustafoska (5/3), Rebecca Kündig (3), Wenger (1), Fink (3), Fudge (2), Oberli (1), Haag (4), Murer (4), Kerstin Kündig (5).

LK Zug: Marion Betschart/Stocker (21.–27. und 51.–60.); Traber (5), Scherer (7/2), Müller, Gautschi (4), Stutz (3/1), Daria Betschart, Javet, Estermann (1), Masset, Gwerder (3), Kägi (1), Smitran.

Bemerkungen: Brühl ohne Koslowski und Marina Schlachter; LK Zug ohne Ravlic und van Polanen. Verhältnis verschossene Penaltys: 1:3