SPL1 | Der LK Zug steht im Final um den Schweizer-Meister-Titel. Was in früheren Jahren keine Überraschung gewesen ist, setzt diesmal lange nicht mehr gesehene Emotionen bei Spielerinnen und Trainer frei.

Samstag, 19.22 Uhr in der Sporthalle Kreuzbleiche in St. Gallen: Die Schlusssirene ertönt. Die Spielerinnen des LK Zug liegen sich in die Armen und setzen zum Siegestanz an – sie stehen im Playoff-Final. Dank des 33:31-Sieges bei Brühl hat der LKZ den zweiten Platz vor den Spono ­Eagles erfolgreich verteidigen können. «Es ist nicht nur ein ganz schöner, sondern bisher auch der wichtigste Sieg dieser Saison», freut sich LKZ-Spielerin Stefanie Javet (Flügel). Sie hat doppelten Grund zur Freude: «Ich werde heute 22 Jahre alt. Der Playoff-Final ist mein grösstes Geschenk.»

Zufrieden und erleichtert ist auch Zugs Trainergespann, das nach dem nervenaufreibenden Duell erleichtert wirkt. LKZ-Trainer Damian Gwerder sagt: «Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass ich am Sonntag in einer Woche wieder zum Final hierherkommen will. Ich war immer der Überzeugung, dass wir es schaffen können. Ich bin stolz, wie die Spielerinnen diese Aufgabe meisterten.» Das Team hat auch mentale Stärke bewiesen, wie Co-Trainer Peter Stutz feststellt: «Wir haben mit den beiden jüngsten siegreichen Darbietungen gegen die Spono Eagles und Brühl nun gezeigt, wozu wir fähig sind. Dem Erfolgsdruck konnten wir standhalten. Chapeau, die Entwicklung stimmt mich sehr zuversichtlich.»

«Im Vorfeld der Finalrunde wurde immer vom Final Brühl gegen Spono ­Eagles gesprochen. Uns hatte keiner auf der Rechnung»

TSimitran Soka (34) | Kreisläuferin LK Zug Hand

Das Glück kaum fassen kann LKZ-Torhüterin Marion Betschart: «Es ist ein schönes Gefühl und ein Moment, den wir geniessen. Dass wir im Final stehen, ist nicht unverdient. Wir haben in den letzten Partien dafür hart geschuftet», ist die 22-jährige Muotathalerin überzeugt. Sie hat 56 Sekunden vor Schluss einen Penaltyversuch von Brühls erfolgreichster Skorerin Azra Mustafoska abwehren können und damit zur Entscheidung beigetragen. Mit zehn Treffern ist die SPL1-Topskorerin und Zugs Lebensversicherung Sibylle Scherer zur besten Torschützin im Duell gegen Brühl avanciert. Ihr Kommentar nach dem siegreichen Auftritt: «Den Glauben an uns haben wir nie verloren. Jede Akteurin hat heute 110 Prozent gegeben. Wir haben eine Kampfansage für den Final gemacht. Jetzt ist alles möglich.» Mit 34 Jahren ist Kreisläuferin Soka Smitran die Routinierin im Team. «Im Vorfeld der Finalrunde wurde immer vom Final Brühl gegen Spono ­Eagles gesprochen. Uns hatte keiner auf der Rechnung. Wir haben nun das Gegenteil bewiesen und gezeigt, dass wir mit den Topteams auf Augenhöhe spielen können», sagt sie.

Brühl-Fan schwant Böses

Die ehemalige LKZ-Spielerin und aktuelle Brühler Akteurin Stephanie Haag (26): «Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen und so Moral für den Final tanken. Das ist uns missglückt – ärgerlich. Nun müssen wir eine Reaktion zeigen.» Dass Zug für die Ostschweizerinnen auch im Final eine Knacknuss darstellen könnte, befürchtet auch Brühls langjähriger Fan Oliver Züllig, der mit seiner Pauke immer wieder für gute Stimmung sorgte: «Ehrlich gesagt, hätte ich lieber gegen Spono gespielt. Zug ist ein unbequemer und hartnäckiger Gegner. Der LKZ ist ein Team, das uns einfach nicht liegt.»

Die Finalserie (best of 3) beginnt am kommenden Sonntag (15.00, Kreuzbleiche). Der Match in Zug wird am darauffolgenden Dienstag stattfinden.

Michael Wyss | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!